Dagmar Freitag (MdB) holt Prof. Dr. Froböse nach Hemer

Veröffentlicht am 12.08.2013 in Gesundheit

Unter der Überschrift

"Bewegung ist der Schlüssel zur Gesundheit"

berichtete Reinhard Köster im IKZ am 10.08.2013 über die Veranstaltung im JuK:

Es gibt Menschen, denen sieht man ihre Kompetenz schon äußerlich an. Zu ihnen gehört Prof. Dr. Ingo Froböse, Sportwissenschaftler von Rang, Buchautor, häufiger Gast auf dem Bildschirm. Am Donnerstagabend stand der 56-Jährige auf der Bühne des Jugend- und Kulturzentrums: enge Jeans, tailliertes Hemd, muskulös, kein Gramm Fett zu viel. Der zweifache Institutsleiter der Sporthochschule Köln verkörpert das, was er lehrt, im wahrsten Sinne des Wortes.
Doch es wird weniger das äußere Erscheinungsbild gewesen sein, was das Publikum im JuK zwei Stunden lang fasziniert hat, sondern die Inhalte des Vortrages, den Froböse auf Einladung der Bundestagsabgeordneten (und Sportpolitikerin) Dagmar Freitag über „Gesundes Altern durch Sport“ hielt.

Weit über 200 Menschen waren gekommen, die in dieser Zahl aufgestellten Stühle reichten also nicht aus. „Freuen Sie sich über ihren Stehplatz. Wer sitzt baut in einer Stunde ein Gramm Fett ab, wer steht das Doppelte.“ Ingo Froböse hatte gleich zu Anfang die Lacher auf seiner Seite und die Stehenden besänftigt.
Mit projizierten Fotos machte er die Grundproblematik von Anfang an deutlich: Einerseits alte Menschen von bemerkenswerter Fitness und Beweglichkeit, dort der Übergewichtige von diversen Leiden geplagte Senior. „Warum läuft das Altern so unterschiedlich ab?“ fragte Froböse und beantwortet es mit einem alten Sprichwort: Wer rastet, der rostet. 95 Prozent aller erwachsenen Bundesbürger leben in einer physiologischen Unterforderung, so Froböse. Das bedeute, psychisch seien zwar viele mitunter heftigem Stress ausgesetzt, aber eben nicht unterhalb des Halses. Ein Beispiel: Laut Froböse spare allein die Erfindung von Handy und Fernbedienungen dem modernen Menschen täglich einen Fußweg von 400 Metern, was in Kalorien gerechnet eine Gewichtszunahme von einem halben Kilo pro Jahr bedeutet.
Apropos Gewicht: Es werde zu viel über die Art Ernährung diskutiert, die aber im Vergleich zum Bewegungsmangel wenig relevant für Übergewichtigkeit sei. Froböse: „Bewegung ist der Schlüssel zur Gesundheit!“
Diese Bewegung müsse keineswegs immer Sport sein. Spaziergänge, tägliche Verrichtungen, statt Aufzug die Treppe nehmen, den Sprudelkasten selbst tragen und nicht den Enkel darum bitten, der Alltag bietet viele Gelegenheiten zu Bewegung, zum Training von Muskeln und Knochenbau. Die Stärkung der Muskulatur sei auch im Seniorenalter kein Problem, die könne auch dann noch durch Training in nur zwölf Monaten um hundert Prozent gesteigert werden. Und eine gute Muskulatur sei Voraussetzung für ein Leben, das lange in Selbstständigkeit geführt werden kann.
Wer mit Sportarten wie Walken, Joggen, Radfahren oder Schwimmen beginnen möchte, dem rät Ingo Froböse, es langsam angehen zu lassen. Lieber langsam und lange als heftig und kurz. „Treiben Sie Sport nur so intensiv, dass Sie sich selbst immer etwas unterfordert fühlen“, empfiehlt der Sportwissenschaftler. Das erhalte vor allem auch die Freude am Sport. Der positive Effekt ergebe sich nämlich erst auf Dauer, setze also Regelmäßigkeit voraus.
Am Ende des Vortrags verschaffte sich, das begeisterte Publikum erste Bewegung durch lang anhaltendes Applaudieren. Bevor Ingo Froböse noch bereitwillig eine Menge Fragen beantwortete, vor allem zu speziellen körperlichen Problemen und Krankheitsbildern und wie man ihnen durch Sport zu Leibe rücken kann.
Reinhard Köster

 

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